Pflegefall, und was nun?

Von Rudolf Wimmer, 16.5.2017

Wenn Familienangehörige plötzlich zum Pflegefall werden, kommen viele Fragen auf. Rasch ist man von der Situation überfordert und stellt sich verzweifelt die Frage: was ist jetzt zu tun? Rudolf Wimmer erzählt wie es seinem Bruder vor einem Jahr gegangen ist.

Diagnose: Schlaganfall 

Vor rund einem Jahr rief mich mein Bruder an und was er mir zu sagen hatte, machte mich traurig und fassungslos. Plötzlich und aus heiterem Himmel, beim Spielen mit den Enkelkindern, erlitt seine Frau Marianne einen Schlaganfall. Trotz rascher Hilfe und Notversorgung im Krankenhaus wurde das Gehirn geschädigt. Seine Frau liegt seither im Wachkoma, eine rasche Genesung scheint ausgeschlossen zu sein. Die Ärzte meinten, dass 24-Stunden-Pflege notwendig sei. 

Der erste Schock saß tief…

Mein Bruder, ein starker Kerl, den nichts erschüttern konnte, war mit der Situation völlig überfordert. Er wusste keine Antwort auf die vielen Fragen, wie es weiter gehen solle und wurde insbesondere von Geldsorgen geplagt.  Größere Ersparnisse gab es nicht, die Pension der beiden reichte gerade für das Nötigste. Und die Familie um Geld zu bitten, kam für ihn schon gar nicht in Frage.

Da Marianne, meine Schwägerin, ihre eigenen Geschäfte nicht mehr selbst regeln konnte, nahm der Amtsweg seinen Lauf. Das Gericht bestimmte einen Sachwalter, die Vermögensverhältnisse wurden bis ins Kleinste auf Verwertbarkeit gelistet. Das Haus, Pension und Sparbauch – ja selbst Kleidung und die Hälfte des Hausrats wurden erfasst. All diese Werte, samt dem zugesprochenen Pflegegeld, reichten jedoch nicht für eine vollständige Deckung aus. Zum Glück übernimmt der Sozialhilfeverband den Rest, aber außer einem Taschengeld, bleibt heute trotzdem nichts mehr übrig. 

Mein Bruder fühlte sich durch diese Kostensituation extrem unter Druck gesetzt. Ob 24-Stunden-Pflege zu Hause oder ein Platz im Pflegeheim – mit rund 4.000 Euro pro Monat muss gerechnet werden. Ich war erschüttert, wie viel Geld Pflege tatsächlich kostet.

Was wenn meiner Frau oder mir etwas Ähnliches passiert?

Das Schicksal meiner Schwägerin und die Not meines Bruders haben mir dramatisch vor Augen geführt, wie richtig meine Entscheidung war, vor vielen Jahren eine private Pflegevorsorgeversicherung abgeschlossen zu haben. Meine Frau und ich fassten nämlich schon bei der Geburt unserer Kinder den Entschluss, diesen nicht zur Last zu fallen, wenn wir einst alt, pflegebedürftig oder gar verrückt geworden sind. Ich hoffe, meine Kinder werden es uns danken und aus dieser Geschichte die richtigen Schlüsse für ihr eigenes Leben ziehen. 

Über den Autor:

Rudolf Wimmer, 68 Jahre alt, ist pensionierter Bürgermeister einer kleinen Gemeinde in Niederösterreich. Er liebt es, Ausflüge mit Frau und Enkelkindern an österreichische Seen zu machen, sowie als leidenschaftlicher Ornithologe die Vögel in seinem Garten zu beobachten.

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